Somatisierungsstörung: Symptome, Ursachen & Behandlung in München
Was ist eine Somatisierungsstörung?
Wichtig ist: Die Symptome sind echt. Betroffene bilden sich nichts ein und täuschen auch nichts vor. Die Schmerzen, die Übelkeit oder das Herzklopfen werden tatsächlich gespürt. Der Körper reagiert hier auf seelische Belastung, die den Betroffenen oft nicht bewusst ist.
Eine Somatisierungsstörung zählt deshalb zu den psychischen Erkrankungen, obwohl sich das Leiden vor allem am Körper zeigt.
Typische Symptome und Beschwerden
Schmerzen
- Anhaltende Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen ohne erkennbare Überlastung
- Bauch- oder Unterleibsschmerzen
- Chronische Schmerzen, die sich medizinisch nicht erklären lassen
Magen-Darm-Beschwerden
- Übelkeit und Erbrechen
- Blähungen und Völlegefühl
- Wechselnde Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung
Herz-Kreislauf und Atmung
- Herzrasen oder Herzstolpern
- Engegefühl in der Brust
- Atemnot ohne körperliche Ursache
Neurologisch anmutende Beschwerden
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle
- Muskelschwäche oder Muskelzucken
- Ohrgeräusche oder Sehstörungen
Typisch ist, dass die Beschwerden nicht auf einen Bereich beschränkt bleiben. Betroffene suchen häufig mehrere Fachärztinnen und Fachärzte auf und wünschen sich eine Erklärung. Viele leiden zusätzlich unter Erschöpfung, innerer Anspannung oder Sorgen um die eigene Gesundheit.
Wie entsteht eine Somatisierungsstörung?
Eine einzelne Ursache gibt es nicht. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören anhaltender Stress, belastende Lebensereignisse und frühe Erfahrungen, etwa in der Kindheit. Auch ein erlerntes Muster kann eine Rolle spielen: Wer früh erlebt hat, dass körperliche Beschwerden Aufmerksamkeit und Fürsorge auslösen, richtet seine Wahrnehmung später leichter auf den Körper.
Hinzu kommt oft, dass belastende Gefühle wie Angst, Ärger oder Trauer schwer wahrzunehmen oder auszudrücken sind. Der Körper „spricht“ dann für die Psyche. Das geschieht nicht bewusst und ist keine Schwäche.
Der Teufelskreis der Beschwerden
Sekundärer Krankheitsgewinn
Diagnose: Wie wird eine Somatisierungsstörung festgestellt?
Abgrenzung zu ähnlichen Störungen
| Störungsbild | Worin der Unterschied liegt |
|---|---|
| Somatoforme Störung | Oberbegriff für Störungen mit körperlichen Beschwerden ohne ausreichende organische Erklärung. Die Somatisierungsstörung ist eine Form davon. |
| Hypochondrie | Im Vordergrund steht die Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden, nicht das Symptom selbst. |
| Anhaltende Schmerzstörung | Ein einzelner, andauernder Schmerz beherrscht das Beschwerdebild, nicht wechselnde Symptome in mehreren Körperbereichen. |
| Somatoforme autonome Funktionsstörung | Die Beschwerden betreffen ein bestimmtes Organsystem, etwa Herz, Magen oder Darm. |
| Konversionsstörung | Es treten neurologisch anmutende Ausfälle auf, etwa Lähmungen oder Gefühlsstörungen, oft nach einer akuten Belastung. |
| Depression mit körperlichen Beschwerden | Körperliche Symptome überlagern die gedrückte Stimmung und führen zu einer Depression, die zunächst nicht erkannt wird (sogenannte larvierte Depression). |
| Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, CFS | Eigenständige Krankheitsbilder mit eigener Diagnostik. Psychische Belastung kann die Beschwerden verstärken, eine Somatisierungsstörung kann zusätzlich bestehen, ist aber nicht automatisch die Ursache. |
Häufige Begleiterkrankungen
Depression
Anhaltende körperliche Beschwerden zehren an den Kräften und können die Stimmung belasten. Umgekehrt verstärkt eine Depression das Körperempfinden und senkt die Schmerzschwelle.
Angststörungen
Sorgen um die Gesundheit und eine ständige Anspannung können Herzrasen, Schwindel oder Atemnot begünstigen. Bei Angststörungen sind diese Beschwerden ebenfalls häufig.
Psychotherapie bei Somatisierungsstörung: Behandlung im FMP
Bausteine der Behandlung
Psychoedukation:
Teufelskreis durchbrechen:
Gefühle wahrnehmen
Aktivität aufbauen:
Entspannung:
Unsere psychotherapeutischen Verfahren im FMP in München-Ottobrunn
Welches Verfahren zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Situation ab. In der Verhaltenstherapie steht im Mittelpunkt, wie Sie auf Beschwerden reagieren, etwa durch Schonung, ständiges Kontrollieren oder häufige Arztbesuche. Sie üben alternative Verhaltensweisen ein.
Begleitende psychiatrische Unterstützung bei Somatisierungsstörung
Dr. Schmotz übernimmt bei Bedarf:
Ein Medikament, das eine Somatisierungsstörung unmittelbar behandelt, gibt es nicht. Liegt jedoch eine Depression oder Angststörung vor, kann ein Antidepressivum sinnvoll sein. Ob das der Fall ist, wird sorgfältig und individuell entschieden. Die Psychotherapie bleibt dabei das zentrale Element der Behandlung.
Leben mit einer Somatisierungsstörung: Umgang und Selbsthilfe
Der Alltag mit anhaltenden Beschwerden kostet Kraft. Wer sich Schritt für Schritt neue Gewohnheiten aufbaut, kann seine Belastung spürbar mindern. Eigene Maßnahmen ersetzen eine Psychotherapie nicht, sie können sie aber gut ergänzen.
Was Sie selbst tun können
Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann zusätzlich entlasten, weil Sie dort auf Menschen mit ähnlichen Erfahrungen treffen.
Beruf und Alltag
Somatisierungsstörung behandeln in München (Ottobrunn): Standort und Terminvereinbarung
Einen Termin buchen Sie am einfachsten online über Doctolib. Sie können uns aber auch telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.
Warum in unsere Praxis in München-Ottobrunn kommen?
Das zeichnet die Arbeit in unserer Praxis in Ottobrunn bei München aus:
Erfahrenes
Team
Individuelle
Betreuung
kurze
Wartezeiten
Flexibles
Setting
Bei Bedarf Zusammenarbeit mit Psychiater