Somatisierungsstörung: Symptome, Ursachen & Behandlung in München

Bauchschmerzen, Herzrasen, Schwindel oder anhaltende Erschöpfung: Viele Menschen mit solchen Beschwerden gehen von Arzt zu Arzt, doch die Untersuchungen bleiben ohne klaren Befund. Das verunsichert und belastet. Oft kommt das Gefühl hinzu, mit den Beschwerden nicht ernst genommen zu werden.
In unserer Praxis für Psychotherapie in Ottobrunn bei München hören wir Ihnen in Ruhe zu. Wir helfen Ihnen zu verstehen, wie Körper und Psyche zusammenhängen, und begleiten Sie auf dem Weg zu mehr Entlastung im Alltag.

Was ist eine Somatisierungsstörung?

Bei einer Somatisierungsstörung treten körperliche Beschwerden auf, für die sich trotz sorgfältiger medizinischer Untersuchung keine ausreichenden organischen Ursachen finden lassen. Die Beschwerden wechseln häufig, betreffen oft mehrere Körperbereiche und halten über einen längeren Zeitraum an.

Wichtig ist: Die Symptome sind echt. Betroffene bilden sich nichts ein und täuschen auch nichts vor. Die Schmerzen, die Übelkeit oder das Herzklopfen werden tatsächlich gespürt. Der Körper reagiert hier auf seelische Belastung, die den Betroffenen oft nicht bewusst ist.

Eine Somatisierungsstörung zählt deshalb zu den psychischen Erkrankungen, obwohl sich das Leiden vor allem am Körper zeigt.

Typische Symptome und Beschwerden

Die Beschwerden bei einer Somatisierungsstörung sind vielfältig. Sie können von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen und sich im Verlauf verändern.

Schmerzen

Typisch ist, dass die Beschwerden nicht auf einen Bereich beschränkt bleiben. Betroffene suchen häufig mehrere Fachärztinnen und Fachärzte auf und wünschen sich eine Erklärung. Viele leiden zusätzlich unter Erschöpfung, innerer Anspannung oder Sorgen um die eigene Gesundheit.

Gut zu wissen: Sind die Kriterien der vollständigen Form nicht erfüllt, spricht man von einer undifferenzierten Somatisierungsstörung. Die Beschwerden bestehen dabei mindestens sechs Monate und lassen sich ebenfalls nicht ausreichend körperlich erklären.

Wie entsteht eine Somatisierungsstörung?

Eine einzelne Ursache gibt es nicht. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören anhaltender Stress, belastende Lebensereignisse und frühe Erfahrungen, etwa in der Kindheit. Auch ein erlerntes Muster kann eine Rolle spielen: Wer früh erlebt hat, dass körperliche Beschwerden Aufmerksamkeit und Fürsorge auslösen, richtet seine Wahrnehmung später leichter auf den Körper.
Hinzu kommt oft, dass belastende Gefühle wie Angst, Ärger oder Trauer schwer wahrzunehmen oder auszudrücken sind. Der Körper „spricht“ dann für die Psyche. Das geschieht nicht bewusst und ist keine Schwäche.

Der Teufelskreis der Beschwerden

Hat sich ein Symptom einmal gezeigt, richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend darauf. Die Sorge wächst, der Körper spannt sich an, und die Beschwerden nehmen zu. Dieser Aufschaukelungsprozess hält die Störung häufig aufrecht, auch wenn der ursprüngliche Auslöser längst vorbei ist.

Sekundärer Krankheitsgewinn

Manchmal bringen die Beschwerden unbeabsichtigt Vorteile mit sich, etwa Rücksichtnahme, Entlastung von Aufgaben oder mehr Zuwendung. Man spricht dann von einem sekundären Krankheitsgewinn. Er entsteht ohne Absicht und hat nichts mit Vortäuschen zu tun, kann die Beschwerden aber ungewollt festigen. In der Therapie wird dieser Zusammenhang behutsam und ohne Vorwurf besprochen.

Diagnose: Wie wird eine Somatisierungsstörung festgestellt?

Am Anfang steht immer die körperliche Abklärung. Ärztinnen und Ärzte prüfen, ob eine organische Erkrankung die Beschwerden erklärt. Das ist wichtig, denn auch bei einer Somatisierungsstörung kann zusätzlich eine körperliche Erkrankung bestehen. Erste Anlaufstelle ist in der Regel die Hausarztpraxis. Finden sich keine ausreichenden Erklärungen, folgt die psychotherapeutische Diagnostik. In ausführlichen Gesprächen erfassen wir Ihre Beschwerden, deren Verlauf und Ihre aktuelle Lebenssituation. Ergänzend können Fragebögen zum Einsatz kommen. Ziel ist es, ein klares Bild zu gewinnen und andere psychische Erkrankungen abzugrenzen. Eine Abklärung kann sinnvoll sein, wenn:
körperliche Beschwerden über Wochen oder Monate anhalten oder wechseln
wiederholte Untersuchungen keinen eindeutigen Befund ergeben
die Beschwerden den Alltag oder die Arbeit spürbar einschränken
Sorgen um die eigene Gesundheit Ihr Denken dauerhaft bestimmen

Abgrenzung zu ähnlichen Störungen

Körperliche Beschwerden ohne klaren Befund können unterschiedliche Hintergründe haben. Die folgende Übersicht zeigt, worin sich verwandte Störungsbilder von der Somatisierungsstörung unterscheiden.
Störungsbild Worin der Unterschied liegt
Somatoforme Störung Oberbegriff für Störungen mit körperlichen Beschwerden ohne ausreichende organische Erklärung. Die Somatisierungsstörung ist eine Form davon.
Hypochondrie Im Vordergrund steht die Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden, nicht das Symptom selbst.
Anhaltende Schmerzstörung Ein einzelner, andauernder Schmerz beherrscht das Beschwerdebild, nicht wechselnde Symptome in mehreren Körperbereichen.
Somatoforme autonome Funktionsstörung Die Beschwerden betreffen ein bestimmtes Organsystem, etwa Herz, Magen oder Darm.
Konversionsstörung Es treten neurologisch anmutende Ausfälle auf, etwa Lähmungen oder Gefühlsstörungen, oft nach einer akuten Belastung.
Depression mit körperlichen Beschwerden Körperliche Symptome überlagern die gedrückte Stimmung und führen zu einer Depression, die zunächst nicht erkannt wird (sogenannte larvierte Depression).
Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, CFS Eigenständige Krankheitsbilder mit eigener Diagnostik. Psychische Belastung kann die Beschwerden verstärken, eine Somatisierungsstörung kann zusätzlich bestehen, ist aber nicht automatisch die Ursache.
Die genaue Einordnung gehört in die Hände von Fachleuten. Sie ist wichtig, weil sich daraus die passende Behandlung ergibt.

Häufige Begleiterkrankungen

Eine Somatisierungsstörung tritt oft gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Beides beeinflusst sich gegenseitig und wird deshalb gemeinsam betrachtet.

Depression

Anhaltende körperliche Beschwerden zehren an den Kräften und können die Stimmung belasten. Umgekehrt verstärkt eine Depression das Körperempfinden und senkt die Schmerzschwelle.

Angststörungen

Sorgen um die Gesundheit und eine ständige Anspannung können Herzrasen, Schwindel oder Atemnot begünstigen. Bei Angststörungen sind diese Beschwerden ebenfalls häufig.

In der Diagnostik klären wir daher, welche Erkrankungen vorliegen und wie sie zusammenhängen.

Psychotherapie bei Somatisierungsstörung: Behandlung im FMP

Eine Somatisierungsstörung lässt sich psychotherapeutisch behandeln. Dabei geht es nicht darum, die Beschwerden wegzudiskutieren. Ziel ist, den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche zu verstehen und neue Wege im Umgang mit den Symptomen zu finden.

Bausteine der Behandlung

Psychoedukation:

Sie lernen, wie seelische Belastung körperliche Beschwerden auslösen und aufrechterhalten kann.
Sie erproben, die Aufmerksamkeit weniger auf den Körper zu richten und Anspannung abzubauen.
Sie lernen, Belastungen und Emotionen früher zu erkennen und auszudrücken.
Schonverhalten wird Schritt für Schritt durch Bewegung und Alltagsaktivitäten ersetzt.
Entspannungsverfahren helfen, innere und körperliche Anspannung zu senken.

Unsere psychotherapeutischen Verfahren im FMP in München-Ottobrunn

Welches Verfahren zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Situation ab. In der Verhaltenstherapie steht im Mittelpunkt, wie Sie auf Beschwerden reagieren, etwa durch Schonung, ständiges Kontrollieren oder häufige Arztbesuche. Sie üben alternative Verhaltensweisen ein.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie fragt danach, welche Konflikte, Gefühle und Beziehungserfahrungen sich hinter den körperlichen Beschwerden verbergen könnten.
Die systemische Therapie schaut darauf, welche Rolle die Beschwerden im Familien- und Arbeitsumfeld spielen.
Heilbarkeit und Dauer der Therapie bei Somatisierungsstörungen
Eine Somatisierungsstörung ist behandelbar. Viele Betroffene erleben, dass ihre Beschwerden mit der Zeit weniger belastend werden. Wie schnell das gelingt und wie lange die Behandlung dauert, ist sehr individuell. Bei Beschwerden, die schon lange bestehen, braucht es meist mehr Zeit.

Begleitende psychiatrische Unterstützung bei Somatisierungsstörung

Bei Bedarf beziehen wir den Psychiater Dr. med. Christian Schmotz in die Behandlung ein. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und unterstützt uns bei Diagnostik und Behandlungsplanung.
Dr. med. Christian Schmotz Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalyse | FMP München

Dr. Schmotz übernimmt bei Bedarf:

begleitende Depressionen oder Angststörungen fachärztlich einschätzen
eine medikamentöse Behandlung abwägen, einleiten und begleiten
bei komplexen Verläufen die psychiatrische Mitbetreuung übernehmen

Ein Medikament, das eine Somatisierungsstörung unmittelbar behandelt, gibt es nicht. Liegt jedoch eine Depression oder Angststörung vor, kann ein Antidepressivum sinnvoll sein. Ob das der Fall ist, wird sorgfältig und individuell entschieden. Die Psychotherapie bleibt dabei das zentrale Element der Behandlung.

Leben mit einer Somatisierungsstörung: Umgang und Selbsthilfe

Der Alltag mit anhaltenden Beschwerden kostet Kraft. Wer sich Schritt für Schritt neue Gewohnheiten aufbaut, kann seine Belastung spürbar mindern. Eigene Maßnahmen ersetzen eine Psychotherapie nicht, sie können sie aber gut ergänzen.

Der Alltag mit anhaltenden Beschwerden kostet Kraft. Wer sich Schritt für Schritt neue Gewohnheiten aufbaut, kann seine Belastung spürbar mindern. Eigene Maßnahmen ersetzen eine Psychotherapie nicht, sie können sie aber gut ergänzen.

Bewegen Sie sich regelmäßig, auch wenn es zunächst nur kurze Spaziergänge sind.
Halten Sie eine feste Tagesstruktur mit Zeiten für Arbeit, Erholung und Schlaf ein.
Üben Sie regelmäßig Entspannung, zum Beispiel mit Atemübungen oder progressiver Muskelentspannung.
Pflegen Sie Kontakte und Aktivitäten, die Ihnen guttun.
Versuchen Sie, den Körper nicht ständig zu kontrollieren oder Beschwerden im Internet zu recherchieren.
Bleiben Sie möglichst bei einer festen Hausarztpraxis, statt immer wieder neue Untersuchungen anzustoßen.

Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann zusätzlich entlasten, weil Sie dort auf Menschen mit ähnlichen Erfahrungen treffen.

Je nach Ausprägung können die Beschwerden die Leistungsfähigkeit einschränken. Zeitweise kann auch eine Arbeitsunfähigkeit entstehen. Ob und wie lange sie nötig ist, beurteilen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall.

Somatisierungsstörung behandeln in München (Ottobrunn): Standort und Terminvereinbarung

Unsere Praxis befindet sich in Ottobrunn im Südosten Münchens. Termine sind vor Ort oder per Videosprechstunde möglich. Sie entscheiden, was besser in Ihren Alltag passt.

Einen Termin buchen Sie am einfachsten online über Doctolib. Sie können uns aber auch telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.

Warum in unsere Praxis in München-Ottobrunn kommen?

Wer lange von Praxis zu Praxis gegangen ist, wünscht sich vor allem eines: jemanden, der zuhört und Zusammenhänge verständlich erklärt.

Das zeichnet die Arbeit in unserer Praxis in Ottobrunn bei München aus:

Erfahrenes
Team

Individuelle
Betreuung

kurze
Wartezeiten

Flexibles
Setting

Bei Bedarf Zusammenarbeit mit Psychiater

Sie müssen nicht warten, bis die Beschwerden unerträglich werden. Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Erstgespräch in unserer Praxis in Ottobrunn bei München.

Häufige Fragen zur Somatisierungsstörung

Ist eine Somatisierungsstörung heilbar?

Eine Somatisierungsstörung ist gut behandelbar. Viele Betroffene erleben, dass ihre Beschwerden deutlich nachlassen. Wie weit das gelingt, ist individuell, und je früher die Behandlung beginnt, desto günstiger ist es.
Die Beschwerden sind real, die Störung selbst schädigt den Körper jedoch in der Regel nicht. Belastend ist sie für Alltag und Psyche, und Folgeprobleme wie sozialer Rückzug oder Depressionen sind möglich. Körperliche Erkrankungen sollten deshalb immer ärztlich ausgeschlossen werden.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ohne Behandlung können die Beschwerden über Jahre bestehen oder wechseln. Mit Psychotherapie lässt sich der Verlauf positiv beeinflussen.
Ein Medikament, das die Störung unmittelbar behandelt, gibt es nicht. Bei einer begleitenden Depression oder Angststörung kann ein Antidepressivum sinnvoll sein. Das entscheiden Fachärztinnen und Fachärzte individuell, die Psychotherapie bleibt zentral.
Ja, das ist möglich, wenn sich trotz gründlicher Untersuchung keine ausreichende körperliche Ursache findet. Weil Schmerzen aber auch körperlich bedingt sein können, steht immer zuerst die ärztliche Abklärung.
Hilfreich ist, die Beschwerden ernst zu nehmen, ohne ständig danach zu fragen. Angehörige können zu Aktivitäten ermutigen und bei der Suche nach Therapie unterstützen. Wichtig ist auch, auf die eigenen Grenzen zu achten.
Ja, je nach Ausprägung kann es zeitweise zu einer Arbeitsunfähigkeit kommen. Ob und wie lange sie nötig ist, wird ärztlich im Einzelfall beurteilt.
Gemeint sind unbeabsichtigte Vorteile, die Beschwerden mit sich bringen können, etwa Schonung oder mehr Zuwendung. Sie können die Beschwerden festigen. Mit Vortäuschen hat das nichts zu tun.
Nicht automatisch. Es sind eigenständige Krankheitsbilder mit eigener Diagnostik. Psychische Belastung kann die Beschwerden verstärken, und eine Somatisierungsstörung kann zusätzlich vorliegen.
Die Beschwerden sind real und werden tatsächlich gespürt. Eine Somatisierungsstörung zählt zu den psychischen Erkrankungen, weil seelische Belastung bei Entstehung und Verlauf eine zentrale Rolle spielt. Eingebildet sind die Symptome nicht.
Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, die körperliche Ursachen abklärt. Findet sich keine ausreichende Erklärung, sind Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten oder Fachärzte für Psychiatrie die passenden Ansprechpartner.
Regelmäßige Bewegung, Entspannungsübungen, eine feste Tagesstruktur und soziale Kontakte können helfen. Eine Psychotherapie ersetzen sie jedoch nicht.